ProThesenBewegung

                         Dachsteinextrem Tour vom 14-18.07.2011

 

Eine Expedition der besonderen Art! Fünf Menschen mit den verschiedensten Behinderungen (Blindheit, Taubheit, Kleinwüchsigkeit, Querschnitt, und Amputation) haben sich getroffen um gemeinsam in der Extreme zusammen zu halten, sich gegenseitig zu helfen und etwas zu erleben was über Ihre Grenzen geht.

 

In den Fünf Tagen vom 14.07-18.07.11 war alles vertreten was an die Grenzen geführt hat.

Am ersten Tag des Outdoor- Abendteuers trafen sich alle im Hotel Knollhof in Ramsau am Dachstein und wussten nicht was auf sie zukommt. Es war ein Mix aus Ungewissheit, Spannung, Nervosität und Vorfreude. Nach einigen Umbauten, Rucksackkontrolle und der ersten Einführung von Jule Heil, der Physiotherapeutin und Organisatorin der Tour, ging es dann mit den Autos zur Gondel um auf die Station am Hunerkogel, oben am Dachstein, zu gelangen. An der Station gab es noch eine professionelle Einweisung und die Verteilung der Ausrüstung vom Bergführer Paul Freysoldt. Durch Nebel war die Sicht sehr eingeschränkt und man konnte die tolle Bergkulisse leider nicht so genießen wie erhofft. Mit einer professionellen Ausrüstung, Stärkung und gut gewärmt fing das Abenteuer an.

Die ersten 300 Meter gingen über groben Schotter bis zum Beginn des Gletschers, der durch die Wetterumschwünge matschig und sehr schmierig war. Ab dem Zeitpunkt kam der extra angefertigte Bob für Reini Sampler (Querschnittler) zum Einsatz. Damit endeten hier für Reini  5 Tage die Fahrt und die Unabhängigkeit mit dem eigenen Rollstuhl. Das durchwaten durch den schmierigen, teilweise sehr tiefen Schnee bis zur ersten Hütte, war schon die erste Hürde vor allem für mich, Protheseträgerin Michaela Bienert, und dem Kleinwüchsigen Peter Gatzweiler. Wenn man nicht aufpasste, versank man auch schnell wie der Tontechniker Lawrence Richards bis zum Knie in einem Loch.

Durch meine Bergstöcke konnten ich 40 Prozent des Kraftaufwandes von den Beinen auf die Arme verlagern um die Beine zu schonen.

Wegen der starken Steigung wurde der Bob an zwei Personen die vorne liefen (Bergführer Paul Freysoldt und der gehörlose Benjamin Busch) angebunden, um somit eine Stabilität und einen Zug zu bekommen. Von hinten haben zwei weitere Personen geschoben

(Physiotherapeutin und Organisatorin Jule Heil und die erblindete Christiane Möller). Da der Weg gut vorgegeben war gab es für Benjamin in dieser Etappe die wenigsten Einschränkungen. Durch die Führung vom Bob brauchte auch Christiane keine Hilfe für diese Strecke. Vom Hunerkogel vorbei am Hohes Dirndl (2829 Meter) kam die Truppe nach 2,5 Std., durch Sturm und rutschigem Schnee, an der Seetalerhütte auf 2750 Meter an. Der Weg dorthin war durch den Gegenwind etwas schwierig. So musste die Regenhülle vom Tontechniker Lawrence Richards durch einen Windstoß dran glauben und wurde vom Winde verweht. Als der Kameramann Alexander Griesser das mitbekommen hatte, spurtete er leider vergebens hinterher. Die Hülle hatte eine irre Geschwindigkeit aufgenommen und war nicht mehr zu erreichen. Das geplante zelten auf der Höhe von 2750 Metern viel durch den Sturm und dem Nebel leider aus. Somit hat die Truppe sich ein gemütliches Matratzenlager in der Hütte eingerichtet. Wie es auf solchen Höhen üblich ist, gab es auch hier kein fließendes Wasser, kein Waschbecken sondern nur ein Plumpsklo, daher wurde Händewaschen unterm Wasserhahn überbewertet. Der Scherper Basang aus Nepal hatte die Truppe liebenswertig empfangen und ein sehr leckeres Mahl zubereitet, zum Aufwärmen gab es Tee in rauen Mengen. Trotz Sturm war die Sicht über der Wolkendecke bezaubernd. Der Mond war voll und die Wolken sahen aus wie eine geschlossene Schneedecke wo man drauf waten konnte. Das selbige hat auch Christiane gedacht die leichte Umrisse erkennen konnte.

Den Versuch sollte man dann doch nicht wagen, da es genau dort 400 Meter senkrecht in die Tiefe ging. Nach einem Gruppenfoto mit samt der Kamera Crew auf der höchsten Stelle und  Stärkung am Feuer, überkam  so gegen 24.00 jeden die Bettschwere.

Wobei es bei dem Einen oder Anderen doch etwas später wurde, da so ein Matratzenlager ungewohnte Geräusche mit sich bringt die einem den Schlaf rauben konnten.

 

Der zweite Tag erwachte um 6.30, es war sehr nebelig und feucht.

Nach einem kleinen aber feinen Frühstück zweckmäßig gekleidet und guter Dinge, ging es um 9.20 Uhr weiter durch den Schnee über Gletscherspalten die natürlich vom gesamten Team in Augenschein genommen wurden. Christiane hingegen tastete die Spalten mit einem Stock ab um sich ein genaues Bild machen zu können. Nachdem die ersten Gletscherspalten gesichtet wurden hat die gesamte Truppe, außer dem Kamerateam, sich aneinander geseilt. Das Kamerateam bekam eine eigene Seilschaft. Bis zum Abseilen auf dem Gletscher musste zur Sicherheit angeseilt gelaufen werden. Durch den starken Nebel wurde die Stelle die Paul zwei Tage zuvor markiert hatte nicht gleich gefunden und so vergingen 45 min. bis abgeseilt werden konnte. Diese Zeit wurde genutzt um sich mit Gummibärchen aller Art, Kekse, Riegel und Getränken zu stärken und sich von unserer Elisabeth zu Eulenburg (ZDF Redaktion) zu verabschieden. Elisabeth hat uns die ersten 1,5 Tage begleitet und musste leider schon vorzeitig wieder zurück, sie wurde mit dem Skimobil abgeholt und sollte damit zur Gondel gebracht werden. Dabei blieb es dann auch. Kurz nachdem wir uns von Ihr verabschiedet hatten hatte das Mobil einen Aussetzte und es ging nix mehr, gut das es Handy und Schneeraupen gibt! Das nenn ich bewegte Zeiten-Menschen das Abenteuer! Als erstes wurde der Bob mit Reini den Berg runter gelassen, danach Peter und zum guten Schluss kam das Dreamteam mit Jule in der Mitte, rechts Christiane und links Biene. Mit Dreien am Seil wurde es zu einer lustigen aber instabilen Geschichte. Meine Prothese knickte ein und Christiane verschwand einmal kurz mit einem Bein bis zum Knie in einem kleinen Spaltenloch. Durch Steigeisen kam Benjamin ohne Probleme und Hilfe den Berg runter. Im Gegenteil, er half beim Abseilen vom Reini im Bob.

Nach dem Abseilen gab es nur noch Felsen und Geröll. Für den restlichen Weg musste der Bob umgebaut werden, somit wurde das Snowboard gegen ein Mounten-Bike-Reifen ausgetauscht. Dann ging es nur noch über Wege die teilweise keine waren. An steilen Geröllstellen wurde abgeseilt, über holprige und unwegsame Wege mit losen rutschigen Steinen wurde mit Konzentration gelaufen. Benjamin hat mit Paul und Jule den Bob übernommen um Reini heil aber mit einem irren Tempo bis zur nächsten Hütte zu bringen.

Peter hat die tolle Führung von Christiane übernommen. Mit einer sehr ruhigen Art und einer enormen Ausdauer hat er fast jeden Stein, jeden Absatz, jede Stufe und jedes Feld erklärt.

Aus Sicherheitsgründen, wegen Übermüdung, Kraft- und Zeitmangel wurde gemeinschaftlich beschlossen, die Tour zum Wiesberghaus abzukürzen und in der Simonihütte zu übernachten. Auf den letzten Kilometern kam dem Team ein Bergführer und die Bergwacht entgegen um das Gepäck zu übernehmen, einfach ein toller Zusammenhalt. Mit einer riesigen Freude und Erleichterung, nicht noch weiterlaufen zu müssen, sind alle um 19.30 auf der Hütte eingekehrt. Somit waren 10 Stunden vom Aufbruch in der Früh vergangen.

Zum Glück war die Simonihütte sehr groß und hatte noch genügen Matratzen zur Verfügung,  auch wenn’s zum Teil nur in einem Durchgangszimmer mit quietschendem Boden war.

Die ersten Gedanken waren sitzen, ein leckeres Mal und ein schönes kühles Getränk! Nachdem die erste Gang verputzt war folgte noch eine zweite Pfanne mit Kässpätzle die von allen genussvoll aus der Pfanne verspeist wurde. Die Erschöpfung war allen ins Gesicht geschrieben! Nach einem erfolgreichen nebeligen Tag kamen die ersten Salben und Massagen zum Einsatz, hmmm tat das gut.

 

Am dritten Tag war das erste Erwachen um 5.15 Uhr als der Koch laut „Scorpions“ mit offener Tür gehört hatte, kurze Flucht in den Schlummerschlaf und dann ging das große Erwachen los. Fast alle aus dem großen Schlafraum mussten durch das Durchgangszimmer über den quietschenden Boden. Die erste Truppe kam um 6.00 Uhr in Gang um schnell auf den Berg zu gelangen. Im Nu verflog alle Müdigkeit als die ersten Sonnenstrahlen in die Fenster blitzten.

Mit guter Laune, einem verkniffenen Gesicht und ein paar Zwickerlein gab es ein sehr nährreiches Frühstück als Stärkung für 9,5 Std. und 1300 Höhenmeter abwärts.

Die Aussicht auf den Gletscher, den wir ein Tag zuvor überquert hatten, brachte Bewunderung hervor. Hätte mir jemand vor drei Tagen erklärt, dass wir diesen Weg gehen würden, hätte ich starke Zweifel gehabt diese Strecke zu schaffen.

Eifrig, mit tollem Wetter und einer Vorfreude begann Peter der Christane verschiedene Wegformen nahe zubringen, es war sehr lieblich den Beiden zu zuhorchen.

Der Bob mit Benjamin vorweg, Reini drinsitzend und Paul hinten als Steuermann rollten in einer guten Geschwindigkeit übers Geröllfeld runter. Die Ansagen an Benjamin gingen durch Stockkontakt über die Griffe damit er spürte wenn ihm einer was sagen wollte. Jule wich erst mal nicht von meiner Seite. Somit gingen wir meistens, kurz hintereinander, in Zweiergruppen. Nach Eintreffen im Wiesberghaus stärkten alle sich erst einmal mit einer warmen Malzeit und viel Flüssigkeit. Die Sonne lachte sehr intensiv vom Himmel, dadurch brachte sie nicht nur Wärme, tolle Sicht und gute Laune mit sich, sondern überheizte auch manche Körperteile. In der Prothese sammelte sich immer wieder eine Pfütze. Dadurch hatte der Liner nicht mehr genügend Hautkontakt und die Prothese keine Haftung. Deshalb hieß es regelmäßig trocken legen. Die Vegetation veränderte sich von Höhenmeter zu Höhenmeter, was trotz der Anstrengung noch sehr schön zu genießen war.

Nach drei Tagen und so einer Strecke verschwand zwischendurch gern mal die Konzentration, Kraft und Power, auch die Stimmung kam ab und an mal an den tiefsten Punkt. Allerdings war der Gruppenzusammenhalt so stark, dass jeder jedem geholfen hatte um den Weg bis zum Ende zu bewältigen. Im letzten Drittel gingen bei mir die Reserven und die Konzentration zur Neige. Migräne und Unwohlsein machten sich breit, das Gulasch tat seinen Teil dazu. Nach einer Pause im Schatten, kurzer Stärkung, Abkühlung mit Quellwasser und Ibuprofen wurden noch mal alle Reserven mobilisiert und Gas gegeben. Was blieb auch anderes übrig, es gab keine Bushaltestelle und kein Taxistand! Nach diesem Fastzusammenbruch machte sich das Filmteam mit Regisseur Tim Gorbauch ein wenig Sorgen um mich. Nach der Erfrischung an der „Lebensquelle“ bekam ich noch mal einen Schub an Power, der mich somit bis ans Ziel brachte. Selbst in meiner schlechtesten Minute konnte mir immer noch ein Lachen entlockt werden. Ich hatte das Gefühl völlig überdreht, erschöpft, albern aber glücklich zu sein

Trotz der beschönigten Wegbeschreibung von Jule, die ihr eh keiner mehr glaubte, bis hin zu schmalen steilen kurvigen Wegen die leider nicht zu Waldwegen wurden, traf die Truppe nach 9,5 Std glücklich und erschöpft am Forstweg ein. Das Bobteam war ca. eine Stunde früher am Ziel.

Der Weg zum romantischen Schlafplatz, in der Nähe vom Gangsteig, hat der Reini mit einem Monorad in einer Spitzengeschwindigkeit von ca. 50 km/h und alle anderen im Bus zurückgelegt.

Nach Einrichten der Feuerstelle und den Schlafplätzen wurde zünftig gegrillt. Gemütlich wurden die letzten drei Tage am Lagerfeuer gefeiert und die Akkus so gegen 2 Uhr unterm Sternenhimmel runter gefahren. Es war so gemütlich, dass sogar auf Schotter ein Nickerchen gemacht wurde. Die Übernachtung hat nicht wie geplant in Zelten stattgefunden, sondern in einem Holzverschlag unter freiem Himmel.

 

Der vierte Tag begann mit einem sehr gesunden und genüsslichen Frühstück.

Nachdem alle Sachen zusammen gepackt und in den Bussen verteilt wurden, machte sich die Truppe auf den Weg Richtung Hallstatt am Hallstätter See. Dank Malkünsten vom Paul konnte sich keiner verlaufen. Die Truppe kam nach 45 Minuten, mit kurzer Zwischenpause auf ein Radler und guter Laune, wie besprochen am Treffpunkt an.

Mit einer Einweisung von Tom in die richtigen Verhaltensweisen auf dem Wasser, Führung der Paddel und dem Boot, ging es im Sonnenschein einmal quer über den See nach Steeg. Als wir nach einer ausgelassenen Wasserschlacht in Steeg ankamen, gönnten Christiane und ich uns noch ein paar Züge im kühlen Nass.

Während jeder seine Fahrradklamotten anzog und noch eine kleine Kaffeepause einlegte, bauten Paul und Jule die Räder zusammen.

Gestärkt und fertig gerüstet für die nächste Runde fuhr die Gruppe gemeinschaftlich vom Parkplatz los, über Wege am Ufer entlang bis zum Zeltplatz. Eins war ganz klar, die Truppe hat Aufmerksamkeit erregt. Die Beschönigungen der Berge haben wir doch tatsächlich dem Paul noch abgekauft, wobei wir sein Händereiben eigentlich hätten deuten können. Auf halber Strecke und unzähligen Steigungen kam Sturm auf und wir hatten Glück noch vor dem Regen am Zeltplatz in Obertraun-Winkl einzutreffen. Kurzes Zeltaufbauen, einer lauwarmen Dusche und erster richtiger Pflege, konnten wir uns genüsslich fallen lassen.

Der 4.Tag wurde mit einen gemütlichem Beisammensein, mit bestellter Pizza und gutem Wein abgerundet und beendet.

 

Der 5. Tag begann um 5.00 Uhr mit einer Autoalarmanlage die alle Gäste vom Zeltplatz gemeinschaftlich, außer Einem, erwachen ließ. Zum Glück konnten wir wieder einschlafen um noch ein bisschen Kraft für den letzten Tag tanken zu können.

Feuchtfröhlich startete der letzte Tag mit Regen der unserer guten Laune aber nichts anhaben konnte. Nach dem Frühstück und einräumen aller Gepäckteile in die Busse, ging es mit den selbigen in Richtung Koppenbrüller-Höhle in Obertraun.

Die letzte Etappe kam nicht bei jedem gut an und ließ doch ein paar Zweifel aufkommen. Vom Parkplatz bis zum Eingang hieß es wieder eine halbe Stunde laufen.

Nach einer Einweisung vom Floh und guter Ausstattung mit Overall, Helm und Stirnlampe ging es in die Tiefen der Köppenbrüller-Höhle. Nach 100 Metern auf bettoniertem Weg, wurden wir vom Paul auf unwegsamem Geröll abgeseilt. Es gab weit und breit keinen Weg nur eine 45 Grad querliegende Spalte die nicht breiter war als manch eine Schulter. Unkompliziert voran gegangen ist der Peter, der in dieser Passage wohl die wenigsten Einschränkungen hatte, es war genüsslich Ihm dabei zu zuschauen. Als die Spalte noch enger wurde und der Helm nicht mehr seitwärts bewegt werden konnte, haben einige Kriechenderweise den Boden bevorzugt und sind lieber über Felsen gekraxelt. Na das war natürlich noch nicht alles. Die Meter die wir uns abgeseilt hatten, mussten natürlich auch wieder geklettert werden. An Seilen gesichert haben wir mit den Füßen an den Ankern in der Wand Halt gesucht und uns mit den Händen daran hochgezogen. Steil, eng schmierig und genial, einfach unvergessen. Für unseren Reini war es die extremste Etappe, er musste auf dem gepolsterten Hosenboden rumrutschen und am Seil, mit eigener Kraft, sich wieder hoch hieven. Beim Anblick seiner Arme konnte kein Zweifel der Erschöpfung aufkommen. Nach dem ersten Stück gab es ein kleines Feschpa mit Kerzenschein, Sekt und anderen Leckereien. Im Hintergrund hörte man gut das Rauschen des Wasserfalls. Nach unserer letzten Stärkung ging es noch mal in die Wand um zum letzten Stück und zum Weg zu gelangen. Dreckig, kämpferisch, glücklich und stolz alles gepackt zu haben, traten wir den Rückweg zum Hotel Knollhof in Ramsau am Dachstein an. Den letzten Abend feierten wir genüsslich mit gutem Essen und gutem Wein unsere bewegte Zeit der letzten 5Tage.

 

Diese Zeit möchte ich in keinem Fall missen. Trotz der Grenzen die ich in dieser Zeit schmerzlich überschritten hatte, bin ich sehr froh, dass ich dieses Erlebnis mit Euch teilen durfte. Die gesamte Truppe war einzigartig und immer ein gutes Team.

Danke für die schöne Zeit mit Euch!

 

Biene (Michaela Bienert)

 

Bilder gibt es hier - klick

 

 

ProThesenBewegung Landsberg trifft Rehabilitationsklinik Bad Wurzach

 

Ein wunderbarer Gehschultag in der Rehabilitationsklinik Bad Wurzach !

Es war anstrengend, lustig, sehr erfolgreich und für alle eine wunderbare Erfahrung. Die ProThesenBewegung Landsberg wurde am 08.10.2011 in der Klinik Bad Wurzach von Oberarzt Dr. Stefan Grammer, Physiotherapeutinen Sabrina Olk, Gudrun Gletter undPhysiotherapeut Denny Eckardt begrüßt, später kam noch Markus Krämer zur Unterstützung dazu.Oberarzt Dr. Grammer hatte bei einem Kaffee die Klinik vorgestellt und zudem die Akutmedizin und die Rehamedizin erläutert und verglichen.

 

Nach der Vorstellung ging es gleich ran an den Speck und wir durften mit drei Physiotherapeuten bei einem Zirkeltraining aktiv werden.

Das Rehateam hat sich für unsere Gruppe etwas ganz besonderes einfallen lassen. Die Übungen auf dem Trampolin, das Balancieren auf dem Barren und der Bank, das Slalomlaufen und vieles mehr waren für uns als Prothesenträger Stabilität-und Gleichgewichtsübungen.

Vorort gab es noch Tipps für Übungen mit dem Theraband und Dehnungen der Muskulatur die natürlich auch jeder für sich mit nach Hause nehmen konnte, um es dort anzuwenden.

Durch das lustige und gemeinsame Miteinander der Gruppe hatten sich alle Teilnehmer getraut jede Station einmal mitzumachen, die gegenseitige Motivation war einfach super.

Nach reichlicher Anstrengung und Schweiß lassen fingen die Mägen an zu knurren, wir hatten uns das Mittagessen verdient.

Um 12.30 ging es gemeinsam in den Speisesaal zum Essen, so eine warme Mahlzeit ist schon was feines, natürlich nicht ohne einen Nachtisch ;-)

Um nicht gleich wieder in die Aktivität zu starten, hatten wir erst einmal einen kleinen Verdauungsrundgang durch die Klinik gemacht. Sabrina Olk, Physiotherapeutin und selbst Betroffene, hatte uns die wichtigsten Stationen wie Therapieräume, das Therapiebad und die Zimmer in der Klinik näher gebracht um einen kleinen Klinikeinblick zu bekommen

Danach hatten sich die 14 Mitglieder in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Hälfte ging zum Bogenschießen und die anderen Hälfte durfte sich bei progressiver Muskelentspannung nach Jacobsen verwöhnen lassen. Natürlich wurde nachher getauscht, die die sich beim Bogenschießen abmühten durften sich auch noch entspannen.

Nach dem Bogenschießen beim Stefan Geierhaas, der uns gezeigt hatte wie wichtig die Konzentration bei dieser Sportart ist und der progressiven Muskelentspannung bei Sabrina Olk, setzten wir uns um ca.16.00 gemütlich zum Kaffeetrinken zusammen und konnten uns zum Schluss über die gemeinsam erlebten Erfahrungen austauschen.

Um zu zeigen wie wichtig so eine Begegnung ist hatte die Schwaben Zeitung darüber einen Bericht geschrieben, siehe Verlinkung( kommt noch).

Hiermit möchte ich mich nochmal im Namen der ProThesenBewegung ganz herzlich bei dem gesamtem Team und der Leitung der Rehabilitationsklinik Bad Wurzach bedanken.

Solche Begegnungen sind sehr wichtig für betroffene Menschen mit Handicap!

 

Mein Urteil zur Klinik:

Hier kann man in einer sehr guten Klinik mit einem kompetenten Team, in ruhiger und schöner Lage, sehr gut seine Rehabilitation und Therapie zum Erfolg bringen.

 

Michaela Bienert

 

 

Schnuppertauchkurs mit den TC Meerengel

am 12.11.2011 in Buchloe.

 
Es war ein geniales Erlebnis das unbedingt wiederholt werden muss!

Nach einem gelungenem Referentenabend im September von Karl und Helma Schied haben sich einige von der Gruppe ProThesenBewegung zum Schnuppertauchen gemeldet und wollten einfach mal abtauchen.

Wir trafen uns mit Helma, Karl und dehren Sohn am Samstag den 12.11.11 im Hallenbad von Buchloe um mal einen ersten Eindruck in die Unterwasserwelt zu bekommen. Ein bisschen mulmig ging es bei dem Ein oder Anderen am Anfang zu aber die Neugierde war dann doch größer als die Angst.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung konnten wir unter Anleitung unseres erfahrenen Tauchlehrers Karl und Übungsleiterin Helma selbst die ersten Atemzüge unter Wasser machen. Vorher mussten wir allerdings prüfen wie das Material mit unserem Handicap zusammenpasst. Die Schwimmflossen passten super an die Prothesenfüsse, die Brille an das Gesicht und die Mundstücke saugend in den Mund. Jetzt ging es an das fachgerechte Anlegen der Tauchausrüstungen. Nachdem alles passte ging es mit Faszination in die Schwerelosigkeit. Die Atmung nur durch den Mund und der Gleichgewichtsausgleich war gewöhnungsbedürftig. Dadurch das jeder eine Schwimmprothese trug, war ein fast normaler Bewegungsablauf unter Wasser möglich. Auch wenn mal eine einzelne Prothese durchs Wasser glitt, hat das dem Spass keinen Abruch getan ;-). Selbst als die Taucherausrüstung schon weitergereicht wurde haben wir gemeinsam Unterwasser mit einem Tornado, nur mit einer Brille bewaffnet, fangen gespielt und alles um uns vergessen. Ich bin mir sicher, dass wir nochmal abtauchen werden und gern auch mit den Meerengeln aus Buchloe.

 

Wenn Ihr mehr wissen möchtet über die Schwerelosigkeit unter Wasser dann holt Euch hier http://www.tcmeerengel.de/ Info.

 

Bilder gibt es entweder in der Bildergalerie zu sehen, oder direkt über diesen Link.

klick mich - Viel Spaß :-)

 

 

Raften auf der Iller im September 2010/11

Ein wunderschöner Tag. Wir hatten eine Temperatur von ca. 28 Grad, die Sonne brutzelte ziemlich von oben auf uns herab.

Mit 20 Leuten haben wir einen sehr schönen Tag auf der Iller verbracht, gestartet sind wir in Sonthofen. Der Spass fing schon bei der Ausrüstung an, wir waren froh alle gleich auszusehen, ausgerüstet mit Neoprenanzügen, Helmen und Schwimmwesten, es fehlten nur noch die Flügel ;-)

Dann kam die Einweisung und die Verteilung der Boote. Mit denen sind wir vor zur Iller gelaufen und haben uns von unserem Coach auf dem Trockenen in die Techniken des Raftens einweisen lassen.

Jeweils in zweier Booten ging es nach und nach ins Nass. Teilweise war uns am Anfang ein bisschen mulmig aber das wurde recht schnell zum Spass. Auf der Strecke von 12 Kilometern haben wir einen kleinen Zwischenstopp am Ufer gemacht, um uns mit der kompletten Ausrüstung ins Wasser zu legen. Ihr könnt Euch vorstellen, dass das Bergwasser nicht wirklich warm war. Es war ein tolles Erlebnis sich einfach dem Wasser hinzugeben und sich auf dem Rücken treiben zu lassen, der ein oder andere musste wieder eingefangen werden.

Dann ging es auch schon mit viel Spass weiter. Zwischen drin sind einige einfach mal über Bord gegangen um sich ab zukühlen, auch die etwas Wasserscheuen kamen ganz sicher nicht trocken am Ufer an.

Ohne jemanden verloren zu haben, sind wir alle wieder heile am Ausgangspunkt angekommen. Da wir unsere Neoprenanzüge so nicht abgeben durften, haben einige von unserer Truppe den Waschgang übernommen und alles noch mal schön ausgespült.

Dieser wunderschöne Tag wurde mit einem Grillabend, bei unseren Gastgebern Ludwig und Carla, bestens abgerundet und beendet, herzlichen Dank dafür.

 

 

 

 

Selbsthilfegruppe ProThesenBewegung    info@pro-thesen-bewegung.de